Das mediale Märchen von der verbesserten Sicherheitslage für Mädchen und Frauen

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Das mediale Märchen von der verbesserten Sicherheitslage für Mädchen und Frauen

Fotos: Pixabay

Von Steffen Meltzer, Buchautor: “Schlussakkord Deutschland”.

Als mich in Wien zur fortgeschrittenen Stunde am Tresen ein algerischer Flüchtling ansprach, ob ich ihm Tipps geben könne, wie er eine einheimische Frau „bekommen könne“, war ich als Deutscher gern bereit, ihm zu antworten. Er fragte mich immer wieder, warum viele Frauen so „eingebildet“ seien und ihn nicht beachten würden. Ich versuchte ihm kameradschaftlich klar zu machen, dass es mit einer übergriffigen Machokultur schwierig wird, eine Frau zu erobern. Er stimmte mir mehrfach eifrig zu und ich dachte nach ca. dreißig Minuten, „jetzt hat er‘s verstanden“. Schließlich verabschiedete er sich, bezahlte und ging, nicht ohne der attraktiven Serviererin, gegen deren Willen, einen dicken Schmatzer überfallartig auf den Mund zu drücken. Diese junge Frau und ich waren erstaunt, wie blitzschnell diese nötigende Attacke von statten ging, bevor er in die Nacht verschwand. Zwei österreichisch-algerische Unternehmer lachten nur und meinten, „die vom Dorf kriegen wir nie integriert“. Ein Erlebnis, dass mich nachdenklich stimmte.

Was waren das für Zeiten, als Helmut Markwort noch Chefredakteur des Focus und dessen Mitherausgeber war. Damals verstand sich das Nachrichtenmagazin als konservativer Gegenentwurf zu Spiegel und Stern. Inzwischen zähle ich es zu den beliebigen  Mainstreamgazetten, die auf der Welle der linksgrünen Beschwörungen mit schwimmen. Neuestes Beispiel ist folgender Focusartikel: Überfälle auf Joggerinnen – Nach Angriffs-Serie auf Frauen gibt Polizei wichtige Tipps, in denen man die Geschichte der Kriminalität im Land umschreiben will. Naseweis berichtet man davon, dass sich die Gefährdungslage für Frauen in Deutschland verbessert hätte – und, man staune, bemüht hierzu eine statistische Angabe. So gibt es 2016 weniger Raubüberfälle mit weiblichen Opfern als im Jahr 2000. Selektiv korrekte Zahlen, geschickt manipulativ eingesetzt.

Es ist Grundwissen für „Statistikfreunde“, dass es gar nicht auf die Zahlenwerte ankommt, sondern in welches Verhältnis man diese zu anderen Zahlen setzt. So wird aus einem „halbleeren Glas“ schnell ein „halbvolles Glas“, wenn man nur will. Der Focus will uns eintrichtern, die Gefährdungslage wäre besser geworden. Es ist und bleibt trotzdem falsch. Schlaumeierisch vergleicht man die Statistikzahlen der Gegenwart, mit denen aus dem Jahr 2000 und führt siegessicher an, die Zahlen seien gesunken. Richtig ist vielmehr, die Fallzahlen sind (auch) in der statistischen Wirklichkeit gestiegen. Gab es 2000 noch 187.103 Fälle von Gewaltkriminalität, so sind es 2016 schon 193.542.

Schauen wir uns nun die Fallzahlen der „Opfer von Vergewaltigung und sexueller Nötigung“ in Deutschland an: Auch hier ist im Jahresvergleich die Anzahl der Straftaten dramatisch gestiegen, nämlich von Jahrgang 2000 mit 7.571 auf 8.102 Fälle in 2016. Opfer waren demnach bevorzugt Mädchen und Frauen, aber natürlich auch (sekundär) Jungen und Männer. Schöne heile Focuswelt – vom Winde verweht Pustekuchen!

Im Gegenteil: Es ist davon auszugehen, dass für die Zahlen der polizeilichen Kriminalstatistik ein weiterer erheblicher Anstieg von Gewaltstraftaten, einschließlich der Sexualdelikte erfolgen wird. Darauf deuten die ersten veröffentlichten Zahlen, z. B. in Bayern hin. Dort sind im ersten Halbjahr 2017 Sexualstraftaten um 48% gestiegen. Die Zunahme dieser Straftaten, verursacht durch „Zuwanderer“, sei sogar um 90% gestiegen, berichtet Innenminister Herrmann (CSU). Hinweis, nicht mehr als statistische „Zuwanderer“ gelten bereits anerkannte Flüchtlinge.

Seite 2: “Die Taschenspieler-Tricks der Relativierer”

Über den Autor:

Seit einigen Jahren denkt, schreibt und veröffentlicht Steffen Meltzer Artikel über verschiedene Themen aus den Bereichen Polizei, Sport, Psychologie, Einsatz, Sicherheit und Abwehr von Gewalt.

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