Das Robert-Koch-Institut warnt vor 10 Millionen Infizierten in weniger als 100 Tagen – „Haben exponentielles Wachstum“. Ich nehme den RKI-Chef Lothar Wieler beim Wort und rechne mit seinem Worst-Case, nämlich zehn Millionen Corona-Infizierten in Deutschland.

Wenn diese dramatischen Entwicklungen eintreten können, dann ist allerdings jeder klug beraten, sich reichlich mit Vorräten einzudecken. Denn dann steht die Versorgung der Bevölkerung auf tönernen Füßen und kann nicht mehr garantiert werden. Politiker und Medien, die die Zahl „zehn Millionen“ fleißig in die Öffentlichkeit transportiert haben, brauchen sich nicht mehr über Hamsterkäufe zu beklagen. Wer A sagt, muss mit B rechnen und darf sich nicht über „das dumme hysterische Volk“ beklagen.

Das Leben und unsere Gesellschaft wird nie frei von Katastrophenrisiken sein können, ein Blick in die Geschichte reicht völlig aus, um das festzustellen.

Unabhängig vom Corona-Virus hat die jüngste Vergangenheit bewiesen, dass es jederzeit zu Unruhen und Umweltkatastrophen kommen kann. Unsere deutsche Vollversicherungsmentalität lässt uns diese Gedanken verdrängen, jedoch sind auch wir in Mitteleuropa davor nicht gefeit. Man muss kein Verschwörungstheoretiker sein, um das zu glauben: Auch das Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe gibt Ratschläge für das Verhalten in Katastrophen heraus. Überschwemmungen, Erdbeben, Ausfall der Strom- und Wasserversorgung, echte und erfundene Pandemien, weltweite Finanzkrisen mit enormen wirtschaftlichen Folgen wie Mangelversorgung und anderweitigen Unruhen können das globale und regionale Gleichgewicht schnell ins Wanken bringen.

Was Sie in einer solchen Extremsituation brauchen und wie Sie sich richtig verhalten

Bankschalter sind dann geschlossen, Geldautomaten gesperrt, Handynetze sind zusammengebrochen. Die Polizei, Rettungsdienst und Feuerwehr sind über Notruf nicht erreichbar, das Internet funktioniert nicht. Für 2,5 Millionen Einwohner stehen zum Beispiel im Land Brandenburg lediglich 502 Beatmungsgeräte und 701 Intensivbetten in den Kliniken bereit, falls überhaupt noch Strom vorhanden ist. Überleben wird dann bestenfalls zur Glückssache. Die Supermärkte sind leergekauft oder geplündert. Gut geht es dann demjenigen, der darauf vorbereitet war. Diese Dinge sollten Sie für den Fall der Fälle bereithalten:

  • 14 Liter Wasser je Woche pro Person
  • Kerzen und Teelichter, Streichhölzer, Feuerzeuge
  • Spirituskocher zur Essenszubereitung
  • Wasservorrat für die Hygiene (Wanne befüllen, Plastikkanister benutzen, in denen beispielsweise einmal destilliertes Wasser war)
  • Batterien
  • Radio mit Mittelwellenbereich
  • Taschenlampe
  • Decken
  • Hygieneartikel wie Toilettenpapier, Seifen, Zahnpasta, Waschmittel, Müllbeutel, Zellstofftaschentücher
  • Erste-Hilfe-Set mit Schmerzmitteln, fiebersenkenden Wirkstoffen, Aspirin, Fieberthermometer, Hautdesinfektionsmittel, Mittel gegen Durch¬fall
  • Desinfektionsmittel für Gegenstände
  • Atemschutzmasken mit Atemventil (FFP3-Masken sollen Schutz vor einer Virusinfektion bieten)
  • einklappbares Messer, Dosenöffner
  • Schutzhandschuhe
  • Nähzeug
  • Aluminiumfolie
  • Mappe für Dokumente und Brustbeutel
  • Bargeld für zwei Wochen
  • Medikamentenvorrat für vier Wochen
  • Trinkwasservorrat (je Person mindestens 1,5 Liter pro Tag)
  • Feuerlöscher

Lebensmittel, die auch ohne Kühlung gelagert werden können:

  • Fisch- und Wurstkonserven, ca. 2 kg/Person
  • Nudeln u.a. Hartweizenprodukte, Haferflocken, Büchsenbrot, Reis, Zwieback, Knäckebrot, Kartoffeln, ca. 4,6 kg/Person
  • Gemüse im Glas oder in der Dose wie Mais, saure Gurken, Rotkohl, Sauerkraut, Erbsen und Bohnen, ca. 5,5 kg/Person
  • Marmelade, Honig, Schokolade etc.
  • Fette/Öle, Salz, Pfeffer

Müssen Sie die Flucht ergreifen, dann packen Sie in einen großen Rucksack Folgendes zusammen bzw. legen folgende Kleidung an:

  • warme und regendichte Kleidung
  • massives Schuhwerk, ebenfalls wasserdicht
  • Kopfbedeckung
  • Hose mit mehreren verschließbaren Taschen
  • massiver Gürtel mit einem Innenfach für Bargeld und die ganz wichtigen Dokumente (Personalausweis, Geldkarten), an dem folgende Dinge befestigt werden:
  • Sägemesser, einklappbar
  • Feuerzeug
  • kleine Taschenlampe mit mindestens 100 Lumen, Ersatzbatterien
  • Karabinerhaken
  • Kompass
  • Wasserflasche
  • Abwehrspray (nur dann, wenn Sie damit umgehen können und über entsprechende Kenntnisse verfügen)
  • Kugelschreiber
  • Kubotan (Kurzstock) als Abwehrwaffe
  • Glasbrecher

Außerdem sind einzupacken:

Zeimal Unterwäsche und Socken, Decke, Schlafsack, Weltempfänger, Sturmstreichhölzer, Handschuhe, Erste-Hilfe-Set, Essen und Trinken für drei Tage, Medikamente für 14 Tage, Nähzeug, Strick, Brustbeutel für Geld und Dokumente, Besteck, Kohletabletten, Zahnpasta, Seife, Rasierzeug, Handtuch, Angelschnur, wasserdichte Dokumententasche, eine Rolle Toilettenpapier, Taschentücher, kleiner Spiegel, Schreibzeug inkl. Bleistift mit Spitzer, Teelichter, Kunststofftüten verschiedener Größe.

Organisieren Sie sich eine Landkarte, denn das Navigationssystem Ihres Handys könnte nicht mehr funktionieren. Das Wichtigste packen Sie im Rucksack nach oben (z.B. Erste-Hilfe-Set), das Schwerste nahe am Rücken. Der Rucksack muss eng am Träger anliegen, benutzen Sie außerdem einen Hüftgurt. Sie müssen damit rechnen, dass Sie sich von diesem Gepäckstück schnell trennen müssen, wenn Sie verfolgt, bedrängt oder bedroht werden. Deshalb tragen Sie Wertgegenstände prinzipiell am Körper, ebenso wie den Sicherheitsgürtel.

Der Artikel enthält Bestandteile aus meinem Buch “Ratgeber Gefahrenabwehr”, 1. Auflage 2015, Ibidem-Verlag. Die überarbeitete Zweitauflage ist in meinem Onlinshop erhältlich.