Kindesmissbrauch auch in archaischen Kulturen

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Kindesmissbrauch auch in archaischen Kulturen

Foto: Pixabay

Autor: Steffen Meltzer

Es zählt zu den Ausnahmen, dass ein Imam nach sexuellen Missbrauchshandlungen in einer Moschee, an einem seiner Schüler, von einem deutschen Amtsgericht angeklagt und verurteilt wird. In einem  Bericht erfahren wir durch den MDR, dass ein Koranlehrer einen sechsjährigen Jungen in der Toilette einer Moschee vergewaltigte. Der Religionslehrer drohte, er würde ihn und seine Familie töten, wenn er darüber mit jemandem spricht. Diesmal funktionierte das Schweigegelübde einer Parallelgesellschaft jedoch nicht, die Eltern lehnten die Annahme einer „erheblichen Summe“ ab und gingen stattdessen zur Polizei. Der Imam setzte sich daraufhin sofort ins Ausland ab, das Verbrechen damit ungesühnt bleiben.

Nur Einzelfälle?

In den offiziellen Statistiken schon, die Nachfrage des MDR bei den Polizeidienststellen deutscher Großstädte brachten lediglich vier Fälle ans Licht. Demgegenüber berichtet  der Psychiater Mimoun Azizi, selbst Moslem, von 20 Fällen aus seiner ärztlichen Praxis, die er selbst bearbeiten musste. Nachdem er im Frühjahr mit dem Problem an die Öffentlichkeit gegangen war, wurde er derart massiv bedroht, dass Wohn- und Arbeitsort gewechselt werden mussten.

Sexualstraftaten an Kindern sind auch in den Heimatländern vieler Flüchtlinge ein Problem. So erzählt im MDR ein erwachsener Libyer vor laufender Kamera, dass er seit seinem fünften Lebensjahr in  einer Toilette seiner Koranschule durch einen Lehrer sexuell missbraucht wurde. Diese Schändung  tragen viele Erwachsene ihr Leben lang unverarbeitet mit sich herum.

Gewöhnlicherweise vertuschen die betroffenen Familien das Unrecht, das ihren eigenen Kindern „angediehen“ wurde. Kommt es doch zu Konflikten, so werden diese intern geregelt. In einer Kultur, die auf Macht- und Abhängigkeitsverhältnissen basiert, keine gute Ausgangslage für die Opfer.

60% aller Menschen haben in ihrem Leben mindestens ein traumatisches Erlebnis. Aber nur wenige erkranken an einer PTBS (Posttraumatischen Belastungsstörung). In den Medien haben wir in den Jahren 2015 und 2016 regelmäßig über die „Traumatisierungen“ von Flüchtlingen nachlesen müssen. Faktisch würde die Hälfte der Flüchtling an einer PTBS oder Depression erkrankt sein. 40% aller Flüchtlinge wären darüber hinaus suizidgefährdet.

Diese nicht ganz uneigennützigen Schätzungen, u.a. der Bundes Therapeuten Kammer (BPtK), sollten an unsere Hilfsbereitschaft („Willkommenskultur“) appellieren. Ausgeblendet dagegen wurden andere Gründe für eine ernsthafte PTBS-Erkrankung. So wären nach dem Ergebnis  der BPtK Flüchtlingskinder 15x häufiger an einer PTBS erkrankt, als einheimische Kinder. Als Begründung wird dabei „politisch korrekt“, die in den islamischen Ländern verbreitete körperliche Züchtigung durch den Vater und in der Schule ausgeblendet. Das trifft auch auf die einhergehende Unmöglichkeit für die Kinder zu, darüber reden zu können. Ebenso ist der sexuelle Missbrauch von Kindern weit verbreitet, die Langzeitfolgen sind nicht absehbar.

Es wurde höchste Zeit, dieses Tabu zu brechen

… denn die Folgen müssen wir nun alle tragen, sei es in finanzieller oder kriminologischer Hinsicht. Wer selbst in seiner Kindheit sexuelle Gewalt erfahren hat, läuft unverarbeitet Gefahr, ebenfalls ein Sexualtäter zu werden. Traumatisierte Flüchtlinge, die selbst Straftaten begehen, Menschen gefährden oder töten, können nicht schuldfähig sein und sind eine Last für unsere Gesellschaft.

Ja, auch in Deutschland finden die meisten Sexualstraftaten hinter den verschlossenen Türen der Familien statt. Es gab und gibt Bemühungen, Missbrauchsvorfälle in kirchlichen Einrichtungen aufzuarbeiten. Auch die „Toleranz“ der Grünen gegenüber „Sex mit Kindern“ ist uns noch zu gut bekannt.

Notwendig ist es, das Bild einer Gesellschaft transparent zu machen, die Sexualstraftaten gegenüber Kindern und Frauen folgenlos für die Täter, hinter den verschlossenen Türen, ermöglicht. Diesbezüglich nehme ich in Deutschland immer noch eine Doppelmoral wahr, das Verschweigen ist noch nicht verschwunden. Besser ist es, diese Probleme ungeschminkt beim Namen zu nennen, zu analysieren und damit zu bekämpfen. Vergesst mir die Opfer nicht. Wie man Kinder vor Gewalt und anderen Übergriffen schützen kann, lesen Sie in „So schützen Sie Ihr Kind! Polizeitrainer vermittelt Verhaltensrichtlinien zur Gewaltabwehr

Steffen Meltzer, Sachbuchautor und zertifizierter Polizeitrainer

Über den Autor:

Seit einigen Jahren denkt, schreibt und veröffentlicht Steffen Meltzer Artikel über verschiedene Themen aus den Bereichen Polizei, Sport, Psychologie, Einsatz, Sicherheit und Abwehr von Gewalt.

Ein Kommentar

  1. elke blinick 8. Dezember 2017 um 2:09 Uhr - Antworten

    Kindesmissbrauch hat verschiedene Parameter und ist anders in verschiedenen kulturellen und religiösen Gesellschaften. In religiösen Gesellschaften gibt es weniger Offenheit und Transparenz, nach dem Motto was nicht sein darf kann nicht sein. Und vor allem die Opfer und die Familien der Opfer schämen sich. Das heisst aber nicht, dass es mehr Missbrauch gibt, sondern, dass es nicht so einfach ist, genaue Metrics zu sammeln.

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